Zur geopolitischen Lage
Seit einigen Tagen verfolgen wir mit großer Sorge die Entwicklungen im Nahen Osten und die spürbaren Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten. Die menschlichen Tragödien und die geopolitischen Risiken bewegen uns zutiefst – gleichzeitig beobachten wir aufmerksam, welche Folgen diese Ereignisse für die Finanzmärkte und damit auch für unsere Fonds haben können.
Der Angriffskrieg von Israel und den USA gegen den Iran bringt geopolitische Verwerfungen mit sich, führt aktuell zu höheren Öl‑ und Spritpreisen und könnte zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen, auch wenn die Auswirkungen noch nicht klar absehbar sind. Ein leichter Anstieg der Inflationsrate, die gerade in Deutschland bei rund 1,7 Prozent rangiert, ist denkbar. Das Zinsniveau ist bereits leicht gestiegen.
Durch eine vergleichsweise defensive Portfoliosteuerung in den letzten Monaten sehen wir unsere Fondsportfolios derzeit gut aufgestellt. Die Rentenportfolios sind dank einer vorsichtigen Durationssteuerung gut positioniert: Hier wurde die Duration in den letzten Wochen bereits schrittweise zurückgefahren.
Auch auf der Aktienseite tragen unsere Portfolios aktuell vergleichsweise ausgeglichenes Risiko. Zwar kommt es an den Aktienmärkten nach einer starken Jahresauftaktphase nun zu mehr Risikoscheu und Gewinnmitnahmen, besonders im traditionell eher volatilen IT‑Sektor. Angesichts der unsicheren Entwicklung der Lage und den Auswirkungen auf die Märkte sind Anleger*innen nun vorsichtiger. Negativ betroffen von direkten Effekten aus dem mit dem Angriff verbundenen Energieschock sind vor allem Branchen wie die Öl- und Schwerindustrie. Diese spielen aber in unseren Fonds ohnehin kaum eine Rolle. Defensive Bereiche wie Telekommunikation und Gesundheit, die in unseren Portfolios verhältnismäßig gut vertreten sind, bleiben stabil.
Zwar sind unsere Portfolios nicht vollkommen immun gegenüber Preisschocks oder Lieferkettenrisiken. Doch sie profitieren davon, dass wir Risiken insgesamt breit gestreut und unverhältnismäßige Einzelgewichte vermieden, beziehungsweise reduziert haben. Kurzfristig sind negative Markteinflüsse möglich, doch wir beobachten die Lage genau und würden bei absehbaren globalen Folgen entsprechend handeln.
Es deutet sich erneut an, dass nachhaltige Geschäftsmodelle in Krisenzeiten tendenziell resilienter reagieren. Der Energieschock zeigt einmal mehr: Investitionen in Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energien sind mittelfristig sinnvoll und zudem ökonomisch tragfähiger. Besonders Produkte und Dienstleistungen, die grundlegende menschliche Bedürfnisse erfüllen und sich dauerhaft an veränderte Rahmenbedingungen anpassen können, bleiben auch in herausfordernden Zeiten investierbar – weil sie zukunftsfähig aufgestellt sind.